«Open Access: Vom Prinzip zur Umsetzung»
Datum: 1. März 2007
Ort: Hotel Bellevue, Bern
Die wichtigsten schweizerischen Forschungsförderungsorganisationen haben am 23. Januar 2006 die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen unterschrieben. Durch die gemeinsame Unterzeichnung manifestieren die Forschungsförderungsorganisationen der Schweiz die geschlossene Unterstützung der Open Access-Philosophie, nämlich einen möglichst offenen und kostenfreien elektronischen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen für alle Interessierten . Der Stand der Umsetzung von Open Access sowie die Bedürfnisse und Probleme bei der Umsetzung sollen im Rahmen der durch die SAGW realisierten Tagung diskutiert werden.
In einem ersten Teil der Tagung soll eine Übersicht zum Stand der Umsetzung von Open Access in der Schweiz gegeben werden. Gefragt wird insbesondere, ob die Entwicklung in den verschiedenen Wissenschaftsbereichen – den Natur-, Technik-, Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften – unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Ferner soll geklärt werden, ob sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften spezifische Probleme stellen.
Open Access wird in Europa in verschiedenen Projekten bereits umgesetzt: Repositories sind im Aufbau, Lehrstühle und Forschungsprojekte befassen sich mit der Thematik. Experten äussern sich in einem zweiten Teil zu den rechtlichen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen, identifizieren die Probleme, die es zu lösen gilt und zeigen, was es im Sinne einer guten Praktik zu beachten gilt.
In einem dritten Teil stehen die Erwartungen und Bedürfnisse der Praktiker im Vordergrund. An Hochschulbibliotheken werden Repositories aufgebaut. Anhand der Beispiele ZORA der Universität Zürich und RERO des Westschweizer Bibliothekverbunds wird dargelegt, was der Implementierung hinderlich und förderlich ist.
In einem vierten Teil gilt es zu fragen, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten die einzelnen Akteure haben. Der zu leistende Beitrag der Fakultäten, Bibliotheken, Forschende, Forschungsförderungsinstitutionen und Verlage wird formuliert und Experten überlegen, ob und welche «Leading-Institution» für die Koordination notwendig sind. Nächste Schritte zur Umsetzung von Open Access werden formuliert. Zudem nehmen der Schweizerische Nationalfond (SNF), die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) und das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken Stellung zu den Umsetzungsmöglichkeiten und nächsten Schritten.
Hintergrund
In der Regel sind wissenschaftliche Informationen durch öffentliche Mittel subventionierte Ergebnisse der Wissensproduktion. Als Gemeinschaftsgut sollen sie ohne Nutzungsentgelt zugänglich sein. Open Access hilft gleichzeitig, Zugangschranken zum Wissen abzubauen, generiert und stimuliert damit neue Forschungsideen. Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen ist aus verschiedenen Gründen entstanden: Einerseits zwingen die zunehmenden Preise für Zeitschriftenabonnementen Bibliotheken zu immer mehr Abbestell-Aktionen und dazu, mit anderen Bibliotheken beim Bestandsaufbau zu kooperieren. Andererseits können Forschende und AutorInnen die benötigte Forschungsliteratur nicht mehr konsultieren, und die Arbeit von WissenschaftlerInnen ist nicht mehr sichtbar. Verlage verlangen überdies, dass AutorInnen ihre Rechte abgeben, womit ihnen weitere Publikationswege und Diffusionsmöglichkeiten verbaut werden.
Institutionen, welche Open Access umsetzen möchten, sollten im Wesentlichen eine Politik verfolgen, welche Forschende ermuntert, eine Kopie ihrer veröffentlichten Peer-Reviewed Artikel auf einem Open Access-Server – auch Repository genannt – zur Verfügung zu stellen, sofern dem keine rechtlichen Bedenken entgegenstehen. Die Finanzierung erfolgt z.B. durch den Autor selbst oder durch eine Forschungsförderungsinstitution. Diese Selbstarchivierung wird als grüner Weg zu Open Access bezeichnet. Zudem sollten sie ihre Artikel in einer Open Access-Zeitschrift publizieren können – der goldene Weg zu Open Access.
Das definitive Programmheft mit Talon und Einzahlungsschein für die Teilnahmegebühren kann ab dem 10. Januar 2007 im Generalsekretariat der SAGW bestellt werden. Für Informationen: martine.stoffel@sagw.ch Tel: 031 313 14 55/40. Eine Online-Anmeldung ist auf der Website der SAGW möglich. Die Zahl der Teilnehmenden ist beschränkt; die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
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