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Newsletter Balzan Preise 2019

Bern und die hervorragende Wissenschaft – Balzan Preise 2019

Unmittelbar nach dem Nobelpreis gehören die Balzan Auszeichnungen zu den weltweit höchstdotierten wissenschaftlichen Förderpreisen. Insgesamt werden 3 Millionen Franken an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie an Persönlichkeiten aus dem Bereich Kunst und Kultur vergeben. Auch zum Beispiel Michel Mayor, einer der zwei erst kürzlich mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichneten Schweizer, gehörte im Jahr 2000 zu den Balzan Preisträgern.

Am 14. November findet in Bern das «Interdisziplinäre Forum der Balzan Preisträger» statt, wo die Gewinnerinnen und Gewinner ihre preisgekrönten Forschungsprojekte der Öffentlichkeit vorstellen. Eine Voranmeldung ist erforderlich, der Eintritt ist frei.

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Jacques Aumont - Filmwissenschaft

Ist das Kino eine «Maschine zum Speichern» von grossen Erzählungen? Im kollektiven Geist wird es zumindest so verstanden. Das Kino ist jedoch nach Aumont eher eine «Maschine des Vergessens». Im Film lassen sich Realitäten mit Kraft der entstehenden Bilder nie lückenlos wiedergeben. Mit dieser Umgestaltung der Realität wird das kollektive Gedächtnis angeregt und zugleich fasziniert.

«Es ist vielleicht kein Zufall, dass so viele Filme das Szenario der Amnesie aufgegriffen und variiert haben», schreibt Aumont in einem Essay. «Weil es ein Instrument des Vergessens ist, kann es am Ende wirklich seine Rolle als Erinnerung an die Dinge der Welt und an vergangene Ereignisse spielen – ganz einfach, weil die Erinnerung kein Schatz ist, der endlos angesammelt wird, sondern ein endloser Prozess.»

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Michael Cook - Islamwissenschaft

In seiner Studie über islamische Ethik untersucht Cook die Regeln und Anordnungen, die jedem Muslim obliegen, um Fehlverhalten im Leben zu vermeiden. Die Studie veranschaulicht islamische Tradition, ihre Werte und ihre Bedeutung im heutigen Leben. Mit Anekdoten und Geschichten aus der islamischen Überlieferung veranschaulicht Cook diese komplexe Interaktion.

Michael Cook erforschte unter anderem auch das präislamische Arabien, Koranistik, das Leben des Propheten Mohammed und seiner Gefährten, islamische Theologie, Ethik und Recht, sowie die Politik des hinduistischen, christlichen und islamischen Fundamentalismus. Seine Werke bieten nebst fachlicher Tiefe ein allgemeines Verständnis für die Zivilisation der islamischen Völker. Mit diesem Anspruch hat der Engländer auch eine gut lesbare Einführung in den Koran geschrieben.

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Luigi Ambrosio - Theorie der partiellen Differentialgleichungen

Von der Physik bis zur Ökonomie, von der Fluiddynamik bis zur Meteorologie, die Anwendungen von partiellen Differentialgleichungen sind vielfältig und weitreichend. Luigi Ambrosio revolutionierte diesen Bereich der modernen Mathematik indem er neue Konzepte einführte und dabei Lösungen für Probleme fand, welche lange als unlösbar galten. Dank seinen Erkenntnissen gibt es heute ein besseres Verständnis für die Theorie der nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen, wie auch der Existenz und Regularität von Lösungen der freien Randwertprobleme und Anwendungen zur Variationsrechnung.

Die Arbeit des italienischen Mathematikers umfasst auch Anwendungen, die von der Beschreibung der chaotischen Bewegungen in Flüssigkeiten, die Charakterisierung der Gleichgewichtszustände von Gasen bis zum optimalen Massentransport reichen. Luigi Ambrosio entdeckte unerwartete Relationen zwischen seinem Forschungsschwerpunkt, partielle Differentialgleichungen und Forschungsgebieten wie der geometrischen Masstheorie, der Variationsrechnung und der unendlichdimensionalen Optimierung. Bemerkenswert ist, dass der Wissenschaftler Ambrosio an der «Scuola Normale Superiore» in Pisa eine Schule der mathematischen Analysis aufbaute und dabei talentierte junge Mathematiker förderte, die heute selber in der internationalen Forschung eine führende Rolle spielen.

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Pathophysiologie der Atmung: von der Grundlagenforschung zum Krankenbett

Das Fachgebiet der «Pathophysiologie der Atmung» ist geprägt von einer beispiellosen Interdisziplinarität. Aus diesem Grund ist es kein Zufall, dass die vier Vorstandsmitglieder des Deutschen Zentrums für Lungenforschung in München (DZL) mit dem Balzanpreis 2019 geehrt werden. Als willkommener Nebeneffekt wird es dem deutschen Forscherteam gelingen, die Lebensqualität der kommenden Generation von Patienten zu verbessern.

Erika von Mutius (1957) – Kinderärztin und Allergologin, seit 2004 Professorin für Pädiatrie der Universität München. 2017 übernahm die Deutsche die Leitung des neuen Instituts für Asthma- und Allergieforschung am Helmholtz-Zentrum München.

Klaus F. Rabe (1957) – praktiziert und lehrt Innere Medizin, Allergologie und Pneumologie. Der Deutsche ist seit 2010 Direktor und Medizinischer Geschäftsführer am Krankenhaus Großhansdorf und lehrt an der Universität Kiel Innere Medizin und Pneumologie.

Werner Seeger (1953) – seine Habilitation wurde in den 1980er Jahren mit zwei Preisen ausgezeichnet. Er wirkt heute im Direktorium des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim.

Tobias Welte (1959) – Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde. Er bekam 2005 die Professur für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und leitet die Klinik für Pneumologie. Seit 2018 ist er Präsident der European Respiratory Society (ERS).

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Weitere Informationen

Programm des Interdisziplinären Forums der Balzan Preisträger

14. November 2019, Bern

Anmeldung für das Interdisziplinäre Forums der Balzan Preisträger

14. November 2019, Bern

Internationale Stiftung Balzan Preis

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