Newsletter Akademien der Wissenschaften Schweiz

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Newsletter, Januar 2019

Qualität vs. Quantität – das ewige Dilemma in der Wissenschaft

Genauso wie die politische Kultur sich nicht nur in der Zählung von Wahlzetteln ausdrückt, lässt sich wissenschaftliche Qualität nicht auf metrische Indikatoren reduzieren. Aber wie, wenn nicht quantitativ, lassen sich Transparenz und Fairness in einem kompetitiven Auswahlverfahren - ob für eine Post-doc-Stelle, eine Forschungsförderung, eine Professur - überprüfen? Das ist ein Dilemma für eine akademische Kultur, die ihre Entscheidungen nicht mehr nach dem Prinzip der Eminenz treffen kann - es reicht das Wort des Professors - sondern evidenzbasiert, d.h. belegbar operieren will und muss.

Vor 30 Jahren wurde nur qualitativ entschieden, vor zehn Jahren setzten sich die Rankings durch. Jetzt sind wir ernüchtert, und noch orientierungslos. Der Ausweg? Trial and error: der Mut, etwas zu riskieren - im Einvernehmen mit den Betroffenen. Und das aufgeklärte Bewusstsein, dass jedem Auswahlverfahren - so oder so - ein Quäntchen Ungerechtigkeit eingeschrieben ist.
Prof. Dr. Antonio Loprieno, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz

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All European Academies in Bern – Anmeldung ab Februar

Die Online-Anmeldung für den internationalen ALLEA Kongress vom 8. – 10. Mai 2019 wird im Februar offiziell eröffnet. Unter dem Titel „Science and Society in Present-Day Europe“ laden ALLEA zusammen mit den Akademien der Wissenschaften Schweiz ein, um über den wissenschaftlichen Fortschritt und die Mitwirkung der Gesellschaft zu diskutieren.

Ebenfalls wird im Rahmen dieser Veranstaltung der „Madame de Staël“-Preis an einen herausragenden Forschenden verliehen, dessen Arbeit einen bedeutenden Beitrag zu den kulturellen Werten Europas und zur Idee der europäischen Integration leistet. Am letzten Tag können die Gäste bei einer exklusiven Führung auf dem Novartis Campus Basel die einzigartige Architektur bestaunen und einen Einblick in die Labors erhalten. Abgerundet wird der Tag mit einem Besuch im schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

Zur Anmeldung und weitere Informationen

Neue Führungen an der Spitze

Das Jahr 2019 beginnt für Martina Hirayama, der ehemaligen Direktorin des Departements School of Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, mit einer neuen Herausforderung. Sie übernimmt die Nachfolge von Mauro Dell'Ambrogio und ist seit dem 1. Januar Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation.

Zur gleichen Zeit bekommt auch das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung eine neue Führung mit Guy Parmelin. Im Rahmen des Projekts "Cybersicherheit" arbeitete Bundesrat Parmelin schon eng mit Schweizer Universitäten und der Akademien der Wissenschaften Schweiz zusammen. Wir freuen uns darauf, diese fruchtbare Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

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Neuer Stiftungsratspräsident bei Science et Cité und Vorstandsmitglied der Akademien der Wissenschaften

Nicola Forster, bekannt als Gründer des Think Tanks foraus und Mitgründer der Operation Libero, übernimmt das Präsidium der Stiftung Science et Cité – Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog. Ab Januar 2019 ist er zugleich Vorstandsmitglied der Akademien der Wissenschaften Schweiz.

Forster folgt auf Prof. Thomas Zeltner, der die strategische Leitung der Stiftung im Jahr 2010 übernahm und einen massgeblichen Beitrag zu ihrer Positionierung leistete.
„Damit Wissenschaft und Gesellschaft näher zusammenkommen, muss man neue Formate nutzen und Erlebnisorte schaffen, wo Bürgerinnen und Bürger Wissenschaft erfahren können“, sagt der neue Präsident im Interview mit higgs über die Zukunft von Science et Cité.

Weitere Informationen im Interview mit higgs

Nationale Bedeutung naturwissenschaftlicher Sammlungen

Landwirtschaft, Umweltschutz, Verkehrsinfrastrukturen – viele Erkenntnisse stützen auf Wissen aus naturwissenschaftlichen Sammlungen. In der Schweiz lagern über 60 Millionen Objekte verteilt in allen Kantonen. Sie sind für die moderne Forschung jedoch kaum verwendbar, da sie lückenhaft bestimmt und klassifiziert und nur gerade 17 Prozent der Objektdaten digital erfasst sind.

Der Erhalt von Expertenwissen und eine virtuelle Infrastruktur zur Vernetzung der Objektsammlungen und Datenbanken sind für die föderal organisierte Schweiz notwendig, um den Wissenschaftsplatz und Innovationsstandort nachhaltig zu stützen. Forschende planen eine koordinierte Strategie zum grösstmöglichen Nutzen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

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«Urteilsfähigkeit in der medizinischen Praxis»

Wie kann man die Entscheidungsfähigkeit eines Patienten im Zweifelsfall beurteilen? Trotz der tiefgreifenden Auswirkungen, die die Ergebnisse einer solchen Bewertung auf das Leben der Patienten haben können, sind die Angehörigen der Gesundheitsberufe während dieses Prozesses oft mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert.

Als Hilfestellung für die Praxis hat die SAMW medizin-ethische Richtlinien ausgearbeitet, die das Bewertungsverfahren im Allgemeinen und in spezifischen Bereichen beschreiben. Die am 29. November 2018 vom SAMW-Senat verabschiedeten Leitlinien sind in den Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch verfügbar (die italienische Version wird im Januar erwartet).

Link zu den Richtlinien

«Historisches Lexikon der Schweiz»

Mit dem Ziel, die Geschichte der Schweiz in drei Landessprachen darzustellen, wurden 1998 die ersten 8'000 Artikel dieser Enzyklopädie erstmals im Internet publiziert. Eine neue Website des Historischen Lexikons der Schweiz ist nun online. Was gibt es Neues? Eine Indexierung aller 36'000 Artikel, die es Ihnen ermöglicht, nach Kategorien von Artikeln, Themen oder Perioden zu suchen.

In Zukunft werden auch Bilder und Computergrafiken online verfügbar sein und systematisch indiziert. Der Reichtum und die Vielfalt des Print-Publishing, die noch lange Zeit die Grundlage des digitalen HLS bleiben wird, wird so auf völlig neue Weise sichtbar sein.

Link auf der Website

Die Cochrane Library beantwortet Ihre medizinischen Fragen

Wer hat in Google noch nie nach Informationen über seine Gesundheit oder eine medizinische Diagnose recherchiert? Mit der Cochrane Library haben Mediziner und die Schweizer Bevölkerung freien Zugang zu einer Quelle hochwertiger Informationen zu medizinischen Themen.

Das Cochrane Netzwerk erstellt seit mehr als 25 Jahren systematische Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse der Forschung zum medizinischen Management im Klartext zusammenfassen. Seit 2016 wird die Nationallizenz von der SAMW, dem Bundesamt für Gesundheit sowie Universitätsbibliotheken und Krankenhäusern finanziert. Wenn sich eine weitere Frage zu Ihrer Gesundheit oder der Ihrer Patienten stellt, nutzen Sie die Gelegenheit, die Cochrane Library zu besuchen.

Link auf der Website

Jost Bürgi, ein Schweizer Genie der Renaissance

Wissen Sie, wer die erste auf die Sekunde genaue Uhr entwickelt hat, oder wer algebraische Methoden und Logarithmen erfunden hat, mit denen aktuelle Suchmaschinen ihre Ergebnisse erhalten? Der Uhrmacher, Mathematiker, Astrologe, Metallurge und Instrumentenbauer Jost Bürgi ist sicherlich eines der größten mathematischen und technischen Talente der Renaissance in der Schweiz.

Die von Fritz Staudacher verfasste, neue und bereicherte Ausgabe seiner Biographie führt uns noch tiefer in die Entdeckung der Manuskripte ein, die sein Genie ans Licht gebracht haben.

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«Out of Laboratories: Research Partnerships in a Changing World»

Wie haben sich in den letzten Jahrzehnten die wissenschaftlichen Partnerschaften mit Entwicklungsländern entwickelt? Wie sehen ihre Zukunftsperspektiven aus? Ausgehend vom Beispiel der Wassernutzung zeichnet dieser 12-minütige Youtube-Film von der SCNAT die Entwicklung der Paradigmen für Entwicklungs- und internationale Kooperationsprojekte nach.

Während dieses Prozesses sind die Ziele der nachhaltigen Entwicklung in Kraft getreten und stehen nun im Mittelpunkt der durchgeführten Massnahmen. «Sustainable development can only be achieved in cooperation with developing countries. The world’s community needs to heavily invest into knowledge capacities (…) so it will be possible that developing countries can build up knowledge societies and can become partners on equal terms in the global policy dialogue», sagt Thomas Breu von der Universität Bern und Direktor KFPE.

Link zum Film

«Fake Facts»

Der innere Widerspruch des Oxymorons «Fake Facts» mutiert zur bedauernswerten Wirklichkeit und scheint die Wissenschaft zunehmend zu untergraben. Am 4. Februar 2019 findet an der Universität Basel die von der SATW mitorganisierte Konferenz "F3-Fighting Fake Facts" statt.

Ziel dieser Veranstaltung ist es, das Bewusstsein der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit für dieses Phänomen zu schärfen. Fundierte Fakten und bewiesene Wahrheiten sind der Kern des wissenschaftlichen Fortschritts und die Grundlagen für einen offenen und konstruktiven Dialog.

Link auf der Konferenz-Website

Digitalisierung – Chancen für mehr Selbstbestimmung in der Medizin?

Zugang zu Informationen, Big Data oder Datenschutz – ein Bericht der Konferenz über die Chancen und Herausforderungen der Autonomie im digitalen Zeitalter wurde veröffentlicht. Der Bericht ist das Ergebnis eines mehrjährigen Symposiumszyklus, der von der SAMW mitorganisiert wurde.

Die SAMW organisierte Vertreter aus den Bereichen Medizin, Recht und Ethik und löste eine lebhafte interdisziplinäre Diskussion aus. Die letzte Veranstaltung des Zyklus findet am 28. Juni 2019 statt zum Thema «Autonomie und Glück».

Link zur Broschüre

Umwelt, Mensch und Mikrokunststoff – eine Hassliebe?

Was kann die Wissenschaft über Mikrokunststoffe und ihre Auswirkungen auf Natur, Mensch und Gesellschaft sagen? Wie ist der aktuelle Stand des Wissens zu diesem Thema? SAPEA - Science Advice for Policy by European Academies - gibt in ihrem im Januar veröffentlichten Bericht Antworten auf diese Fragen.

Die interdisziplinäre Studie verdeutlicht die Komplexität: Während sich die Zahl der Veröffentlichungen in diesem Bereich exponentiell vervielfacht, wächst das Wissen nicht im gleichen Masse. Anlässlich der ALLEA-Generalversammlung am 9. Mai 2019 wird der aktuelle Stand des Wissens über den komplexen Bereich diskutiert.

Link zum Bericht

«Deutsch undeutlich. Eine Begriffsreise durch die vielfältige deutsche Sprache in der Schweiz»

Wenn man von «Deutsch» spricht ist nicht immer dasselbe Deutsch gemeint. Bei genauerem Hinsehen wird das, was von aussen manchmal «deutsch und deutlich» aussieht, immer undeutlicher. Dies gilt gerade für die Schweiz, wo verschiedene Varianten der deutschen Sprache in Gebrauch sind und wo Sprachenfragen seit jeher mit Vehemenz diskutiert werden.

Der Sprachwissenschaftler Daniel Elmiger bietet mit «Deutsch undeutlich» eine Begriffsreise durch die vielfältige Schweizerdeutsche Sprachlandschaft in Form eines Glossars. Es umfasst die wichtigsten Bezeichnungen für das Deutsche. Insgesamt sind es über 80 Einträge, die jeweils etymologisch gedeutet, definiert und erklärt werden: von Aargauerdeutsch bis Denglisch, von Gäggelideutsch, Jenisch, Jiddisch und Kuhdeutsch bis Walser-, Zuger- und Zürichdeutsch.

Link zur Publikation

Agenda

Frauen in Technik und Informatik - Potenzial nutzen

29. Januar 2019, von Roll Zentrum PH, Bern

Konferenz «F3-Fighting Fake Facts»

04. Februar 2019, Universität Basel, Basel

Wissenschaftscafés – Medizinische Forschung schneller anwenden!

04. Februar 2019, Orell Füssli, Spitalgasse 47/51, Bern

We Scientists 2035 Workshop Day – with Jacques Dubochet

07. Februar 2019, Amphimax, UNIL- Sorge, Lausanne

20th Swiss global Change Day

07. Februar 2019, Freies Gymnasium - Bern

SWIFCOB 19 “Biodiversität erzählen”

08. Februar 2019, UniS - Bern

National Dialogue & Peace Mediation Course

11. – 15. Februar 2019, Universität Basel, Basel

Science@Noon: Naturwissenschaftliche Sammlungen für die Forschung – eine nationale Initiative

18. Februar 2019, Haus der Akademien – Bern

Definitionen von Gesundheit – Folgen für die Praxis, SAMW

25. Februar 2019, Bern

Science@Noon: Der Fluss, meine Freundin (Älven min Vän)

25. Februar 2019, Haus der Akademien – Bern

Gender, Conflict and Peacebuilding Course

01. März 2019, Universität Basel, Basel



www.akademien-schweiz.ch

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz sind ein Verbund der vier wissenschaftlichen Akademien SCNAT, SAGW, SAMW und SATW sowie der Kompetenzzentren TA-SWISS und Science et Cité. Sie fördern den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und beraten Politik und Behörden.

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