Newsletter Akademien der Wissenschaften Schweiz

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Newsletter, November 2018

Séance de Réflexion zur strategischen Mehrjahresplanung 2021-2024

Am 17. und 18. Oktober 2018 kamen Delegierte sowie die Mitglieder von Vorstand und Geschäftsleitung der Akademien der Wissenschaften Schweiz an der EPF Lausanne zusammen, um Ziele und Inhalte der strategischen Mehrjahresplanung zu diskutieren. Der betriebsame Campus der EPFL war inspirierend und spannende Referate legten die Grundlagen für Reflexion und Diskussion. Prof. Martin Vetterli gab Einblick in die Digitalisierung und Innovation und zeigte wie Offenheit, Innovationsgeist und räumliche Nähe zu Forschungserfolg führen. Prof. François Bussy und Prof. Thomas Breu teilten ihre Gedanken zur Forschung der Zukunft und Prof. Maria Schönbächler und Prof. Dr. Franesco Panese fügten Überlegungen zu den Rahmenbedingungen für Forschende hinzu. Dr. Gabriela Tejada zeigte das Potential für die Zusammenarbeit in den Sustainable Development Goals (SDGs) auf und Prof. Jean-Louis Scartezzini verwies auf die Herausforderungen und Chancen des Energiesystems.

Der Entwurf der Mehrjahresplanung, welcher vier Schwerpunkte ins Zentrum stellt, wurde am Ende der zweitägigen Versammlung von den Delegierten positiv aufgenommen. Ein abschliessender Rundgang auf dem EPFL Gelände, bei welchem unter anderem Raketen im Swiss Space Center gebaut wurden, rundete die Séance de Réflexion ab.

Mit MINT – spielerisch auf der schiefen Ebene

Die Galileo-Märmelibahn lässt nicht nur das Herz der Kinder schneller schlagen, sondern weckt ihre Neugierde für Physik: Je steiler die Bahn desto schneller rollt das «Märmeli». Nathalie Glauser-Ismail, Kindergärtnerin und Dozentin der Pädagogischen Hochschule Bern, berichtet über MINT-Interessenförderung im Kindergarten. MINT-Projekte werden seit 2013 von den Akademien der Wissenschaften Schweiz unterstützt. Die Kindergärtnerin erzählt im Originalton von ihren Erfahrungen. Sie selber liebte als Gymnasiastin Physik, da sie eine tolle Lehrerin hatte. Nathalie Glauser-Ismail konnte jedoch wenig mit Mathematik anfangen.

Deshalb war ihre Strategie gegen Formeln besonders kreativ. «Ich versuchte Gesetzmässigkeiten in Worten zu fassen und fand so eine Verbindung zwischen Natur- und Geisteswissenschaft», sagt die Kindergärtnerin. «Das ist auch Teil von unserem pädagogischen Auftrag als MINT-Interesseförderung.»

Zum vollständigen O-Ton und Kurzfilm

Live-Stream Balzan Preisverleihung und Forum

Am Freitag, 23. November 2018, werden in der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom die Balzan-Preise 2018 übergeben. Den hochdotierten und internationalen Preis bekommen Eva Kondorosi für Chemische Ökologie; Detlef Lohse für Fluiddynamik, Jürgen Osterhammel für Globalgeschichte und Marilyn Strathern für Sozialanthropologie. Alle vier Preisträgerinnen und Preisträger erhalten je 750’000 Schweizer Franken – die Hälfte müssen sie für weitere Forschungsprojekte einsetzen.

Der Sonderpreis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern empfängt in diesem Jahr die Schweizer Stiftung Terre des hommes – Kinderhilfe weltweit. Die Organisation engagiert sich seit 1960 für Kinder in Not auf der ganzen Welt. Am 22. November wird am interdisziplinären Forum der Balzan Preisträgerinnen und Preisträger über die diesjährigen Preisgebiete referiert und diskutiert.

Live-Stream aller Veranstaltungen (ab 22.11.)

Nachhaltiges Gesundheitssystem – ein Film als Denkanstoss

Das Schweizer Gesundheitssystem gibt Anlass zur Sorge, weil alles steigt: die Erwartungen an die Medizin, die Krankenkassenprämien und die Zahl der chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen. Die Akademie der Medizinischen Wissenschaften und die Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften haben am «Salon Planète Santé live» in Genf einen Nachmittag lang mit einem breiten Publikum aktuelle Herausforderungen des Gesundheitssystems beleuchtet.

Auftakt und roter Faden bildete der Film «Un désir de santé». Wie können wir das Gesundheitssystem gesund pflegen, es nachhaltig finanzieren? Wie können wir lernen, mit Krankheiten zu leben und das Lebensende nicht als Misserfolg der Medizin zu sehen? Der 25-minütige Film und die Präsentationen greifen diese Fragen auf, zeigen Lösungsansätze und regen zum Nachdenken an.

Weitere Informationen und Clip (französisch)

Konferenz Beyond impact factor, h-Index and university rankings

Haben Sie sich jemals darüber geärgert, dass #ImpactFactor, h-Index, Rankings und andere Kennzahlen falsche Impulse setzen? Was wir messen und wie wir die Wissenschaft bewerten, prägt die Wissenschaft nachhaltig. Diskutieren Sie mit einflussreichen Experten wie Ellen Hazelkorn (Politikberaterin), Stephen Curry (DORA), James Wilsdon (Metriken der nächsten Generation) und Matthias Egger (SNF).

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz wollen aktive Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf allen Karrierestufen mobilisieren, um die Bewertung der Wissenschaften zu verbessern. Die Veranstaltung «Beyond impact factor, h-Index and university rankings: Evaluate science in more meaningful ways» findet am 21. November 2018 in Bern statt. Nutzen Sie die einzigartige Gelegenheit, die Wissenschaft zu gestalten, und melden Sie sich jetzt für den Swiss Academy Event an.

Zur Anmeldung

Nationale Open Access Konferenz

Am 26. Oktober 2018 luden swissuniversities und die Universität Lausanne zur ersten nationalen Open Access Konferenz ein, an der nach zwei Jahren der Strategieentwicklung nun die Umsetzung des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen zur Debatte stand. Rund 300 Personen, darunter renommierte Schweizer und Schweizerinnen sowie internationale Persönlichkeiten, haben an der Veranstaltung teilgenommen.

Sowohl Michael Hengartner von swissuniversities, als auch Mauro dell‘Ambrogio vom Staatsskretariat für Bildung, Forschung und Innovation sowie Rafael Ball von der ETH-Bibliothek betonen, dass es nicht nur einen Weg zum Open Access geben kann. In der Schweiz ist es zielführender, die Umsetzung des freien Zugangs nicht top down durchzusetzen, sondern unter Berücksichtigung disziplinärer und institutioneller Eigenheiten, jedoch nicht ohne gemeinsame gegenseitige Kenntnisnahme und Koordination. Dies auf dem Weg zu Full Open Access bis im Jahr 2024 – so wie es die Strategie vorsieht.

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Kooperation mit Kickstart Accelerator

Gemeinsam mit Kickstart Accelerator (Kickstart), einem Programm des Impact Hubs Zürich, lanciert die Akademie der Technischen Wissenschaften neue Technologiebereiche, sogenannte Cybersecurity-Verticals. Diese dienen der Förderung von Innovationen in IT-, Informations- und Datensicherheit. «Die Schweiz verfügt über eine optimale Ausgangslage in Bildung und Forschung, um im Bereich Cybersecurity international eine führende Position einzunehmen» sagt Adolf Doerig, Präsident des Cybersecurity-Beirats.

Das Programm beginnt im April 2019 und dauert bis November. In den nächsten Monaten werden die beiden Organisationen versuchen, etablierte Unternehmen und führende Fachleute für das Programm zu gewinnen. Die Ausschreibung für Start-ups beginnt im April und dauert bis Juni. Im Rahmen eines Bootcamps im Juli 2019 erfolgt dann die finale Auswahl der Start-ups.

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Zur Diskussion: Qualität vor Quantität

Das Wissenschaftssystem wächst, denn Produktivität wird belohnt. Doch die Qualität wissenschaftlicher Ergebnisse kann teilweise nicht mehr ausreichend gesichert werden. Gerade in Zeiten von Fake News darf das Vertrauen in die Wissenschaft nicht gefährdet werden. Will man nicht die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Befunde aufs Spiel setzen, muss sich etwas ändern.

«Es ist an der Zeit, dass im universitären Feld Ergebnisse wieder debattiert und nicht gezählt werden», fordert Dr. Markus Zürcher, Generalsekretär der Schweizerischen Akademie für Geistes-und Sozialwissenschaften. Was ins System investiert wird, soll auch einen entsprechenden Output generieren. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz plädieren in der im Oktober veröffentlichten Publikation für Qualität vor Quantität.

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Science and You(th) – die Wirtschaft hört der Jugend zu!

Science et Cité sucht im Kanton Freiburg französischsprachige Schulklassen, die sich mit Wissenschaftlern austauschen wollen. In diesem Projekt erklären Wissenschaftler den Jugendlichen nicht - wie es so oft geschieht- von oben herab, wie die Welt funktioniert. Stattdessen hören sie ihnen zuerst zu und reagieren dann auf ihre Bedürfnisse, Fragen, Hoffnungen und Ängste.

Im Frühlingssemester 2019 findet die zweite Austragung von «Science and You(th) - Wissenschaft hört der Jugend zu!» in Fribourg statt. Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrer Klasse für das Frühlingssemester 2019 per Email an marion.alig@science-et-cite.ch. Anmeldeschluss ist der 26. November 2018.

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Ausschreibung: Nationale MD-PhD-Stipendien 2019

Die Akademie der Medizinischen Wissenschaften und der Schweizerische Nationalfonds schreiben mit Unterstützung der Krebsforschung Schweiz wiederum die nationalen MD-PhD-Stipendien aus. Ziel ist es, forschungsinteressierten Ärztinnen und Ärzten ein Doktoratsstudium zu ermöglichen, mit dem sie das Rüstzeug für eine Laufbahn als Kliniker und Wissenschaftler erwerben.

Die Eingabefrist ist am 15. Dezember 2018. Ein MD-PhD-Stipendium ermöglicht ein Doktorat in Naturwissenschaften, Public Health Wissenschaften, klinischer Forschung oder biomedizinischer Ethik an einer Schweizer Universität. Stipendien können für die Dauer von mindestens 2 bis maximal 3 Jahren zugesprochen werden. Details zum Format und zur Eingabe der Gesuche finden Sie auf der Website.

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Rückblick: Engelberg Dialogues 2018

Vom 14. bis 17. Oktober, drehte sich im Rahmen der «Engelberg Dialogues 2018» der Stiftung Academia Engelberg alles um das Thema Migration. Im Klosterdorf standen während vier Tagen alle wirtschaftlichen und sozialen Aspekte der Migration im Zentrum. Rund 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten Mitte Oktober über die positiven und negativen Aspekte von beruflicher Migration für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Eine zweitätige Autumn Academy, ein halbtägiger Workshop und ein eintägiges Forum waren Bestandteile des Programmes. Ziel der «Engelberg Dialogues 2018» war es, einem internationalen Publikum eine Plattform zu bieten und sich mit den verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven der Migration auseinanderzusetzen.

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Infoclio.ch-Tagung 2018

Die irreversiblen Auswirkungen der globalen Erderwärmung stellen auch die Geisteswissenschaften vor neue Fragen: Wie standen Gesellschaften in der Vergangenheit zu ihrer Umwelt und welche Effekte hatte dieses Verhältnis? Die infoclio.ch-Tagung 2018 interessiert sich für die direkt und indirekt von Menschen hinterlassenen Spuren, die von ihrem Verhältnis zur Umwelt zeugen.

Die Tagung «Archive der Umwelt» findet am Freitag, 23. November 2018 in Bern statt. Es dürfen interessante Referenten wie Nicole Boivin (Max Planck Institute); Jean-Baptiste Fressoz (EHESS); Jon Matthieu (Universität Luzern), Christian Rohr (Universität Bern) und weitere Gäste erwartet werden. Der Eintritt kostet CHF 30.-/15.- für Studierende. Mittagessen und Kaffee sind im Preis inbegriffen.

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Zukunftstag im Haus der Akademien

Historiker, Ärztin, Ingenieur, Architektin, Polizist... So sehen einige die Traumberufe der fünf Mädchen und sechs Jungs vom diesjährigen Zukunftstag aus. Ausgerüstet mit Block, Stift und Kameras sind sie an diesem Tag als Nachwuchsreporter im Haus der Akademien unterwegs. Ihre Fragen sind präzis, ihre Antworten überraschend.

Vier Workshops - organisiert von den einzelnen Akademien im Haus - standen auf dem Tagesprogramm. Die Kinder erfuhren vieles zum Thema Biodiversität im Alltag und diskutierten über ethische Fragen im Spital. Zudem konnten sie als Nachwuchsreporter einen Wissenschaftstext verfassen. Abschliessend lernten sie mehr zum Thema Essen und Wissenschaft und durften dabei mit Hefe experimentieren. Fazit des Tages: Der Zukunftstag weckt Neugier!

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«Die grösste Behinderung steckt in den Köpfen»

Interview mit Alireza Darvishy - seine akademische Laufbahn geprägt von der Faszination für Mathematik und der Suche nach Normalität. Alireza Darvishy ist Professor für Informatik und befasst sich mit der Erforschung und Anwendung von ICT-Technologien für Menschen mit Behinderungen und für ältere Menschen. «Den Studierenden berichte ich bei der ersten Vorlesung von meiner Sehbehinderung. Sie müssten sich bei einer Frage an mich akustisch bemerkbar machen», sagt Alireza Darvishy in einem Interview für die Dezemberausgabe des Schweizer Forschungsmagazins Horizonte.

Der Professor wünscht sich mit einer Inklusion einen freien Zugang zum gesellschaftlichen Leben. Inklusion bedeutet, dass es keine Unterschiede zwischen Menschen mit oder ohne Behinderungen mehr gibt. Ziel der Inklusion ist die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die Wertschätzung der Vielfalt des menschlichen Seins und die gleichberechtigte Teilhabe.

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Agenda

Transformative Geistes- und Sozialwissenschaften – Möglichkeiten und Grenzen in der Schweiz

16. November 2018, Uni Bern,
Bern

Ohne Forschung keine Nachhaltigkeit – 20 Jahre Guidelines der KFPE

21. November, Zum Äusseren Stand, Bern

Beyond impact factor, h-Index and university rankings: Evaluate science in more meaningful ways

21. November 2018, Kursaal, Bern

Leveraging Research Partnerships for Global Challenges

22. November 2018, Zum Äusseren Stand, Bern

Demo Day of Beyond Waste | Circular Resources Lab

22. November 2018, Impact Hub, Lausanne

Wer sollte wählen dürfen? Zum (Menschen)recht auf politische Mitbestimmung

22. November 2018, Unitobler, Universität Bern

Symposium «Interprofessionalität im Gesundheitssystem - Better Chronic Care»

27. November 2018, Kursaal, Bern

Innosuisse Specialevent zur Lancierung des Impulsprogramms Fertigungstechnologien

27. November 2018, FHNW Campussaal, Brugg Windisch

Von der Wissenschaft in die Politik. IPCC, ProClim, HADES: 3-mal 30 Jahre Klima und Wasser im Fokus

28. November 2018, Eventforum, Bern

10. Symposium Anpassung an den Klimawandel: Bedeutung der CH2018 Szenarien für die Anpassung an den Klimawandel

28. November 2018, Eventforum, Bern

Science@Noon: SCIENCE EDUCATION IN DER SCHULPRAXIS

28. November 2018, Haus der Akademien, Bern

Science@Noon: DIE PARTNERSCHAFT DER AKADEMIEN MIT AFRIKA

13. Dezember 2018, Haus der Akademien, Bern



www.akademien-schweiz.ch

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz sind ein Verbund der vier wissenschaftlichen Akademien SCNAT, SAGW, SAMW und SATW sowie der Kompetenzzentren TA-SWISS und Science et Cité. Sie fördern den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und beraten Politik und Behörden.

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