Internationaler Balzan Preis zur Forschungsförderung

Die Internationale Stiftung Preis Balzan prämiert seit 1961 herausragende Wissenschafterinnen der Geistes- und Naturwissenschaften sowie Persönlichkeiten im Bereich Kunst und Kultur mit 750'000 Schweizer Franken zur Durchführung von Forschungsprojekten.

Basierend auf einem Abkommen zur gemeinsamen Förderung wissenschaftlicher Forschung und Verbreitung von deren Resultaten, organisieren die Akademien der Wissenschaften Schweiz alternierend alle zwei Jahre die «Annual Balzan Lecture» und das «Interdisziplinäre Forum der Balzan Preisträger» und ausserdem das «International Interdisciplinary Research Laboratory».
 

PreisträgerInnen 2017


 

Annual Balzan Lecture

2016: Pascale Cossart (Institut Pasteur; Preisträgerin in «Infectious Diseases: basic and clinical aspects», 2013)
Her studies have inspired many other investigations into bacterial signalling and intracellular manipulations that facilitate microbial uptake by the host organism. The new techniques and the creative approaches taken by Pascale Cossart have allowed the multiple ways and mechanisms used by pathogens for efficient infection to be unravelled. Her work has illuminated the ways pathogens exploit and subvert host cell function – and ultimately will facilitate the development of new therapeutic strategies.

2014: Terence Cave (St John's College der Universität Oxford; Preisträger in «Literatur ab 1500», 2009)
Zunehmende Nutzungsorientierung und Pragmatismus, die weite Teile unserer Gesellschaft prägen, stellen gerade die Geisteswissenschaften erneut unter Legitimationsdruck. Terence Cave ging der Frage nach, in welcher Beziehung Literaturtheorie, Methode und vita activa zueinander stehen. Dabei fragte er nach dem Wert der Literatur als Wissensform zum Verständnis der Gegenwart. Zur Diskussion stand auch die Positionierung der Literaturwissenschaft im akademischen, politischen und sozialen Umfeld.
Das Buch «Thinking with Literature» von Terence Cave erschien Mitte März 2016 bei Oxford University Press.

2012: Sir Michael Marmot (University College London; Preisträger in «Epidemiologie», 2004)
In seiner Rede präsentierte Sir Michael Marmot neuere Forschung im Rahmen des Projekts «Fair Societies, Healthy Lives», das den Einfluss von sozialen Ungleichheiten auf Gesundheit und Lebenserwartung hervorhebt sowie den Versuch unternimmt, Empfehlungen für adäquate Massnahmen zu geben.

2010: Anthony Grafton (Princeton University; Preisträger in «Geschichte der Geisteswissenschaften», 2002)
Anthony Grafton berichtete über das Editionsprojekt der rund 1650 Briefe umfassenden Korrespondenz des humanistischen Gelehrten Joseph Justus Scaliger (1540-1609), dessen Korrespondenzpartner so namhafte Zeitgenossen wie die Philologen Isaac Casaubon und Justus Lipsius, der Astronom Tycho Brahe sowie der Rechtswissenschafter und Historiker Jacques-Auguste de Thou waren.
 

Interdisziplinäres Forum der Balzan Preisträger

Das «Interdisziplinäre Forum der Balzan Preisträger» findet vor der Preisverleihung im Nationalratssaal des Bundeshauses in Bern statt und beinhaltet Präsentationen der Balzan Preisträger des laufenden Jahres zu ihren Forschungserkenntnissen mit nachfolgender Diskussion unter Einbezug des Publikums. Zusätzlich zu den thematischen Beiträgen richteten sich Podiumsgespräche früherer Foren auf die Rahmenbedingungen, die bahnbrechende Entwicklungen begünstigen, auf die Bedeutung von «Exzellenz» in Lehre und Forschung sowie auf die Auswirkungen der preisgekrönten Arbeiten auf die Wissenschaft insgesamt.
 

International Interdisciplinary Research Laboratory

Diese interdisziplinären Treffen wurden 2012 von der Internationalen Stiftung Preis Balzan, der Accademia Nazionale dei Linci und den Akademien der Wissenschaften Schweiz etabliert. Sie zielen auf die Förderung akademischer und wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den "natürlichen" und "moralischen" Wissenschaften sowie zwischen Forschenden in unterschiedlichen Stadien ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, die bereits in akademischen Initiativen der drei beteiligten Institutionen zusammengearbeitet haben. Diese Initiative ist inspiriert von der Idee, dass gegenseitiger Austausch wissenschaftlichen Fortschritt begünstigt und dass Kreativität nicht nur von einzelnen Forschungsvorhaben abhängt, sondern von der Wechselwirkung mit dem sozialen und kulturellen Leben. Ein weiteres Charakteristikum der Treffen ist, dass den jungen Forschenden zur Weiterentwicklung ihres wissenschaftlichen Profils eine zentrale Rolle in der Diskussion gegeben wird. Bisherige Treffen in der Schweiz fanden 2015 (Lausanne) und 2013 (Lugano) statt.
 

Mitglieder der Akademien der Wissenschaften Schweiz

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