Prix Média 2014


KEYSTONE / Anthony Anex

Am Donnerstag, 11. September 2014, wurde im Rahmen des Schweizer Medienkongresses in Interlaken der mit insgesamt 40'000 Franken dotierte Prix Média der Akademien der Wissenschaften Schweiz verliehen.
Für ihre gelungene Wissensvermittlung ausgezeichnet wurden Julie Zaugg und Clément Bürge (Technische Wissenschaften), Catherine Riva (Medizin), Mathias Plüss (Geistes- und Sozialwissenschaften) und Nik Walter (Naturwissenschaften). Foto: KEYSTONE / Anthony Anex.

Medienmitteilung (pdf)
Weitere Informationen zum Schweizer Medienkongress
 

Preisträger

 


Julie Zaugg und Clément Bürge (Technische Wissenschaften)

Zweiteiliger Artikel zum Thema «Fracking», 26. September und 3. Oktober 2013, Wochenmagazin «L'Hebdo»

Julie Zaugg und Clément Bürge erhalten den Prix Média der Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) für ihren zweiteiligen Artikel zum Thema «Fracking» im Wochenmagazin «L'Hebdo». Der Artikel basiert auf Fakten aus Carrizo Springs in Texas und legt dar, wie in diesem Städtchen die Erdölproduktion in der Zeitspanne von 2008 bis 20013 mittels Fracking rund 30 Mal erhöht wurde und welche Auswirkungen das auf die Bevölkerung hatte, die exponentiell mit den Strukturen und Dienstleistungen gewachsen ist.
Die Autoren beschränken sich in ihrem Artikel nicht nur auf das Erklären der Fracking-Technik, sondern zeigen in kritischer Weise, aber konstruktiv, auch deren soziale und ökologische Auswirkungen auf. Der Artikel animiert den Leser, über die positiven und negativen Effekte nachzudenken, welche die neue Euphorie für das schwarze Gold ausgelöst hat.

Download der Artikel (pdf)

 

Catherine Riva (Medizin)
Zweiteiliger Artikel zum Mammographie-Screening, 13. Juni 2014, SEPT.info

Den Anstoss zu Catherine Rivas prämierter Arbeit gab die Kontroverse um das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, die durch den im Februar 2014 veröffentlichten Bericht des Swiss Medical Boards ausgelöst wurde. In diesem Bericht stellt das Swiss Medical Board das systematische Mammographie-Screening in Frage, was in Fachkreisen zu heftigen Reaktionen führte. Insbesondere die direkt mit dem Mammographie-Screening befassten Spezialisten lehnten die Empfehlungen mehrheitlich ab. Catherine Rivas Recherchen legen den Schluss nahe, dass hinter die Unabhängigkeit einiger der vehementesten Kritiker des Medical-Board-Berichts zumindest ein grosses Fragezeichen zu setzen ist. Der zweite Teil des Artikels zeichnet nach, wie innerhalb der Medizin «Mythen» entstehen können, für die bei genauerer Betrachtung keine wissenschaftliche Evidenz gegeben ist. Catherine Rivas Artikel steht in der Tradition eines kritischen, auf akribischer Recherche basierenden Journalismus, der unbequeme Fragen stellt und nicht davor zurückschreckt, auch die Haltung von fachlichen Autoritäten zu hinterfragen.

Links zu den Artikeln:
1. Teil
2. Teil

Mathias Plüss (Geistes- und Sozialwissenschaften)
«Dreizehn populäre Irrtümer über Intelligenz», 13. Dezember 2013, Das Magazin

«Mit der Intelligenz ist es wie mit der Politik. Jeder hat seine Meinung, kaum einer eine Ahnung», führt uns Mathias Plüss in die Materie ein. Mit seiner spannenden und gut zu lesenden Reise rund um das Thema «Intelligenz» räumt Mathias Plüss fundiert und mit grossem Erkenntnisgewinn für die Leser mit alltagspsychologischen Allgemeinplätzen auf, zum Beispiel: «Intelligenz ist angeboren»; «Die Gesellschaft verdummt»; «Intelligenz macht glücklich». Wer wissen will, was nach dem Aufräumen übrig bleibt, sei auf die Webseite mit dem Artikel verwiesen:

Link zum Artikel

Nik Walter (Naturwissenschaften)
«Schlampereien im Tierlabor», 13. Oktober 2013, Sonntagszeitung

So nötig Tierversuche in der Forschung sind, so umstritten sind sie in der Gesellschaft. Nik Walter hat sich deshalb auf eine Gratwanderung begeben, als er in der Sonntagszeitung über eine laufende Debatte unter Forschenden berichtete (siehe auch das Forschungsmagazin «Horizonte», Juni 2013):
die teils mangelnde Wiederholbarkeit von Tierversuchen. Walter hat genau recherchiert und die vielen Facetten der Debatte verständlich beleuchtet. Damit schafft er einen wertvollen Einblick in die Forschungspraxis und ein differenziertes Bild eines heiss umstrittenen Themas.

Link zum Artikel


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